Die letzten Messungen am Dachstein haben ergeben, dass die Gletscherschmelze am Dachstein stark voran schreitet. Nach Abschluss der Auswertung der Messungen reiht sich die Massenbilanz 2019/2020 in der 14-jährigen Messreihe an vierter Stelle der negativsten Bilanzen ein.
Dies war zu Ende des letzten Winters nicht unbedingt zu erwarten. Anders als in den Tälern und im Flachland war der Winter im Hochgebirge durchaus ergiebig was die Schneefälle betrifft, die Schneehöhen sogar bis weit in den Mai hinein durchschnittlich oder leicht überdurchschnittlich. Die bei den Frühjahrmessungen durchführten Grabungen ergaben Schachttiefen von 6 Meter. Bei der Bergstation Hunerkogel hat sich insgesamt eine Neuschneemenge von 9,5 Meter summiert.
Foto: Blue Sky Wetteranalysen
2020 unter den Top‑3 der wärmsten Jahre
Laut Analysen der Weltwetterorganisation (WMO) wird das Jahr 2020 eines der drei wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Europa werden die ersten zehn Monate überhaupt die heißesten seit Messbeginn. Außerdem teilen die Klimaexpertinnen und ‑experten mit, dass schon jetzt klar sei, dass die Jahre seit 2015 die sechs wärmsten seit Messbeginn sind.
Entwicklung am Hallstätter Gletscher
Es gibt drei Parameter die für die Entwicklung des Hallstätter Gletschers, die von Bedeutung sind:
- Niederschlag während des Winters: Am Dachstein beinahe immer erfüllt (genug Schnee).
- Die Sommertemperaturen: Die Sommerwerte (Juni, Juli, August) seit Jahren deutlich zu hoch.
- Anzahl der Neuschneefälle während des Sommers: zu selten, kaum relevant
Temperaturen deutlich zu hoch
Die Temperaturen sind, mit wenigen Ausnahmen, seit 1981 zu hoch, seit 2000 deutlich zu hoch. Das Jahr 2020 war bisher an der Station Feuerkogel (1.650 Meter) um +1,5 Grad zu warm (Mittel 1981–2010). Temperaturverlauf Simonyhütte (2.250 Meter). Der warme Sommer ist deutlich an den Messwerten bei der Simonyhütte zu sehen, Temperaturen bis +20 °C sind mittlerweile auch in dieser Höhe keine Seltenheit mehr.
Grafik © Blue Sky Wetteranalysen
Rekordrückgang bei Längenmessung
Bei der Längenmessung wurden heuer punktuell (bei einzelnen Messmarken) Rekordwerte erreicht, am Hallstätter Gletscher sticht dabei die zerfallende Mittelzunge heraus. Bei einer Messmarke wurde ein Rückgang von ‑65 Metern gemessen. Details zur Längenmessung liegen noch nicht vor, diese erscheinen im Gletscherbericht des Alpenvereins.
Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Gletscher sind die Fieberthermometer unseres Planeten und sie zeigen uns, dass der Planet an hohem Fieber leidet. Sie haben aber auch andere wesentliche Funktionen, etwa im Tourismus sowie in der Wasserkraftnutzung oder als Wasserspeicher für Trinkwasser. Aus diesem Grund haben Energie AG und oö. Klimaschutzressort 2006 die gemeinsame Forschungstätigkeit von BlueSky Wetteranalysen und der Uni Innsbruck am Dachsteingletscher gestartet.“
Foto: Blue Sky Wetteranalysen
„Was wir brauchen und was jetzt auch realisiert wird, sind Maßnahmen und Investitionen in den Klimaschutz. Mit den aktuellen Förderungen, den in Umsetzung befindlichen Gesetzesvorhaben und dem angekündigten Österreichticket sind erste Meilensteine auf den Weg gebracht. So kann es gelingen, die Einsparungen Österreichs im Sinne des Weltklimavertrages auch realistisch zu erreichen. Denn klar ist: Es darf mit dem Klimaschutz in Österreich nicht so erfolglos weitergehen wie in den vergangenen Jahren: Wurden innerhalb der EU bei den CO2-Emissionen seit 1990 um über 24 Prozent eingespart, hatte Österreich in dieser Zeit sogar einen leichten Zuwachs zu verzeichnen. Bei der Klimakrise ist Scheitern keine Option“, betont Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Source: https://ift.tt/3miklia
#österreich #lokal #unterhaltung #showbiz #politik #prominente #nachrichten